Sonntag, 3. Dezember 2017

Das 21. Ausbildungswochenende - Tantrismus

Namaste ihr Lieben,

wir hatten dieses Wochenende Tantra-Seminar.

Ich stand nackig in der Mitte. Mein Gesicht verdeckt von einer Einhorn Maske. Während ich mich um das Feuer bewegte, summte die Yogafamily hari om. Alle hielten sich an den Händen. Anschließend räucherten wir ein Pferd, tranken Wein und nahmen einen Fisch aus. Wir machten die Nacht durch, denn das Ritual wurde für jedeN von uns ausgeführt. Zum Ende hin wurde geröstetes Getreide geworfen und wir streichelten uns gegenseitig. Endlich erhielten wir spirituelle Namen. Ich bin ab jetzt Devi Shanti. Es war das intensivste Yogawochenende bisher. Wir haben die Kundalini in uns erweckt und sind nun erleuchtet. Ich frage mich, was wir die nächsten zwei Jahre noch lernen sollen? Nun ist alles gesagt und getan. Aber egal. Ich folge meinem Guru und stelle keine Fragen. Morgen übernachten wir auf dem Friedhof und werden dort rohes Fleisch vergraben um es am nächsten Morgen zu verspeisen. Auch davon werde ich hier berichten.

Und wie stellt ihr euch Tantrismus vor? :-)

...

In echt war es so:





Ich bin noch faszinierter von der Zeit um 300-500 n.Chr. als vor Freitag!!!


Nach jedem Wochenende schreibe ich mir Post Its, die ich in meinen Yogaraum hänge. Als kleine Erinnerungsstücke, eine Konzentration auf das (für mich) Wesentliche. Noch nie waren es so viele wir heute. (Dazu sei gesagt, dass ich es bei Ebi gleich hab sein lassen, wegen so vieler schöner Zitate.)

Die Rituale der Tantriker wirken auf mich eher spannend als abschreckend. Ich mag das Schüler-Lehrer-Verhältnis. Und die Überlegung der Einheit. Frauen durften lernen und lehren. Endlich gab es auch Göttinnen!  


Der Körper galt als "heilig" und sollte gepflegt, rein gehalten werden. 

Wie ihr euch denken könnte, bin ich gerne quer und revolutionär. Ja, ich könnte mir vorstellen hier noch mehr einzutauchen, noch mehr zu erfahren. Den Weg der Heldin ("vīrasādhanā") ein bisserl zu gehen.


Zum ersten Mal fällt mir das AllEINSein nach dem Wochenende mit der Yogafamily leichter. 


  • Ich weiß die Techniken des Hatha Yoga noch mehr zu schätzen als zuvor. Die Vereinigung von Mond und Sonne macht nun richtig Sinn.
  • Mantras ordne ich nun anders ein.
  • Neu habe ich "nyāsas" kennengelernt.
  • "mudrās" haben einen neuen Stellenwert in meinen Gedanken bekommen.
  • Ich verstehe, weswegen man maṇḍalas malt.
  • Erstmalig habe ich von "yantras" gehört. 


Auch wenn es zu Diskussionen geführt hat. Ich verstehe, dass wir āsanas üben, um den Körper hinter uns zu lassen. 



Danke Daniela Carl für dich, das Wochenende mit dir und dafür, dass du dein Wissen mit uns teilst. Du hast mich aufgefangen an diesem für mich ganz besonders wichtigem und unvergesslichem Wochenende.

Danke für euch und Sonnengrüße von Herzen,
Claudi

1 Kommentar:

  1. WoW Claudi, das klingt wunderbar! Ich finde Tantra auch sehr spannend, habe aber bisher nur die Oberfläche berührt. Da steckt so viel Tiefe drin, ein ganz andere Art zu arbeiten. Wie das Öffnen der Tür in ein anderes Universum mit sooo vielen Möglichkeiten! :-)

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