Mittwoch, 27. Juli 2016

Warum ich mich für "unsere" Yoga-Tradition entschieden habe?

Namasté ihr Lieben,

vor einigen Tagen hab mich ein paar Fragen erreicht zu "unserer" Yogatradition.

Ich will versuchen sie hier und heute zu beantworten. Solltet ihr noch mehr wissen wollen, freu ich mich auf eure Kommentare. Selbstverständlich auch, falls die gleich folgenden Antworten nicht detailliert genug sind oder genug weiterhelfen.

Alle Fragen dazu welchen Yoga ich lerne und lehre hat eine meiner beiden Yogalehrerinnen, Adriana, hier schon wunderbar beantwortet. 

Das von ihr erwähnte "Viniyoga" steht in meinem Worten für "Yoga in der Tradition von Krishnamacharya". Er war der Lehrer von beispielsweise Iyengar, Pattabhi Jois, Indra Devi und eben Sriram (der die Tradition heute in Deutschland vertritt). Ich übe also (so sehe ich es) den ursprünglichen Yoga, direkt aus der Quelle. 

Das Yogieren würde ich nie als Training bezeichnen. 


Denn "Training" hat für mich etwas mit Sport zu tun. Doch Yoga ist viel mehr - oder was ganz anderes. Hier geht es um Ruhe, Atem, absolut frei von Ehrgeiz den Weg zu sich selbst zurück zu finden. Und nicht (wie bei vielen Sportarten) nach außen etwas darzustellen. 

Ich mag die Stabilität und Leichtigkeit die meine Praxis haben. Ich liebe es die Bewegung dem Atem anzupassen und nicht andersrum. 


Ja, das ist ein sehr ruhiger Yogastil. Doch wenn ihr nun denkt, dass er absolut ohne Schweiß geübt wird oder gar langweilig ist, muss ich euch sofort korrigieren. 

Versucht "einfach" mal im Sonnengruß bei jedem Ausatem om zu tönen. Und alle Bewegungen in den Atemfluss einzubauen. 

Beispiel im Stand: 
Der Einatem setzt ein, erst dann beginnst du deine Kinn zu heben, deine Brust hebt sich, anschließend hebst du die Arme über vorne nach oben. Wenn sie oben angekommen sind atmest du noch immer ein. Erst nach Ende dieser "einfachen" Bewegung, hört der Einatem auf. 
Der Ausatem kommt, dein Bauch zieht sich zurück. Erst danach beginnst du die Arme langsam wieder zu senken. Wenn sie wieder an deinem Körper liegen hält der Ausatem noch immer an. 
Du genießt die Atemleere und beginnst wieder von vorne. 

Ich liebe liebe liebe diese Ruhe. 


Und das war Yoga schon immer für mich: Kein Sport, kein Training, kein Hetzen. All dies finde ich im Alltag genug. Auf der Matte will ich mich entspannen und mich auf mich, meine Bewegungen und meinen Atem konzentrieren. 

Dieser Yogastil schafft es, dass ich alles andere im Hirn ausschalten kann. 

Ob ich dadurch im Alltag gelassener bin mag ich nicht beurteilen. Das können ja meine Freunde besser. 

Was ich beobachte ist eine gewisse Art von Leichtigkeit. 


Ich habe mich seit Oktober 2015 viel mit Themen wie Loslassen, Geborgenheit, Alleinsein/ Singlesein, Verlustängsten, Mitgefühl vs. Mitleid, ... beschäftigt. Auch spannend ist, dass vegan immer mehr in den gedanklichen Hintergrund rückt - weil es selbstverständlich ist für mich. Es gibt Themen oder Menschen die mich (leider) noch (?) immer wahnsinnig machen. Aber das alles ist eine Reise. Meine Yogafamily und ich wir gehen da einen spannenden Weg. Der uns aber nicht weiter weg bringt von uns, sondern zurück. 

Was das recht gut erklärt, ist ein Artikel von sueddeutsche.de zum Thema "Mut zum Wegschauen".

Es gibt absolut nichts, rein gar nichts, was ich gegen unsere Yoga-Tradition sagen könnte. Vor allem genieße ich es sehr zu wissen, dass noch gut drei Jahre Ausbildung vor mir liegen und ich wundertolle Menschen an meiner Seite habe, die mich begleiten und den Weg mit mir gehen.


Heut Abend schreibe ich noch einen Blogeintrag zum Thema "Wie läuft so ein Ausbilungswochenende ab?". 
Aber jetzt geh ich erst mal mit Finn raus. Grauer Himmel über München. Doch das Wissen, dass die Sonne trotzdem da ist, erleichtert den a bisserl.

Sonnengrüße,
Claudi

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