Mittwoch, 25. Mai 2016

Askese oder "Fasten" - ein Erfahrungsbericht

Namasté ihr Lieben,

"Im Yoga ist das Einfache das Schwere", sagte Dr. Eckard Wolz-Gottwald am Wochenende zu uns.
Im Zuge der acht Glieder der Yoga-Sutras sind wir darauf zu sprechen gekommen.

Je mehr Sutras sich einem Glied widmen, umso leichter ist dessen Umsetzung.


Beispiel:
Der Meditation werden lediglich drei Sutras (=Verse) gewidmet.
Für die vorangehenden (einfacheren) fünf Glieder, gibt es insgesamt 25 Sutras.

Im 2. Glied geht es um besondere Gebote, also "Übungen des besonderen Handels".
Eins davon ist tapas - die Askese.

Eine meiner Freundinnen aus der Yogafamily und ich haben uns angeschaut. Und kurz darauf High Five gegeben.

Denn es war klar: Männer-Fasten muss her!!!


Auf ihre Gründe will ich hier jetzt nicht eingehen. Und auf eine auch nur oberflächlich:

Mir ging es vor allem darum, nicht ständig, überall und immer wieder bei den Kerlen zu hängen. Dauernd wird das Smartphone hypnotisiert, geschriebene Nachrichten erneut gelesen und eingetroffene analysiert. Erlebnissen wird nachgehangen, Gefühle werden statt im Herz angenommen im Kopf überdacht. Schluss damit! Zumindest für zwei Tage.

Zwei Tage? Die reichen (gut, das Beispiel war Kaffee und nicht Männer) wohl aus, um sich darüber klar zu werden, ob ich meine Gelüste oder sie mich im Griff haben. Spannend, oder?


Wir habne bereits gelernt: Erfahrungen kann man nur übend sammeln.

Also, nix mit "drüber nachdenken wie Askese denn sein könnte". Sondern: machen!
Ab wann? Morgen! Montag ;-) Der Tag an dem alle Diäten beginnen ;-)

Sah bei mir so aus:
  • Whatsapp Verläufe archiviert
  • Auf eintreffende Nachrichten nicht geantwortet
  • Gedanken die aufkommen sofort wie Vögel am Himmel davon ziehen lassen
  • Gefühle auf Pause stellen "Ihr dürft gerne am Mittwoch wieder kommen"
  • Fotos löschen
  • Mit Freundinnen nicht darüber (Männer) sprechen
  • Mich selbst in den Vordergrund bringen

Dabei wurde eine W-Frage ganz laut: WARUM?

Ich merke nun, dass ich einen anderen/ neuen Bezug zu meinen Gefühlen hab. Und das finde ich wunderschön - vor allem in Anbetracht des ja doch verhältnismäßig sehr geringen Aufwands.



Und jetzt?
Fühle ich mich gerade wie Julia Robert ins Notting Hill:

"Ich bin doch nur ein Mädchen, das vor einem Jungen steht und ihn bittet es zu lieben."


Aber auch hier:
Gefühle sind nun mal da. Die sitzen tief im Herzen und haben halt null damit zu tun, was der Kopf sich gerne dazu denken würde. Halt so. Punkt. .

Dazu passen dieser und dieser Blogeintrag. Beide im Februar verfasst. 


Was habe ich also gelernt?
Unterdrücken bringt nix. Aber ein Pausieren sehr wohl. Um sich zu sortieren, klar(er) zu werden und auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die zwei Tage waren es also defintiv wert und ich werde mir das Fasten für die Zukunft merken. Wenn mich mal wieder etwas mehr im Griff hat, als ich es.



Sonnengrüße,
Claudi

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