Mittwoch, 11. November 2015

Allein in Berlin

Ich hab es getan, zum allerersten Mal.

Naja, fast...

Namasté ihr Lieben,

insgesamt sechs Jahre lang habe ich im Reisebüro gearbeitet. Mit dem Wechsel in einen Vertriebsinnendienst, im Jahr 2005, hörten auch die Reisen oder Unternehmungen auf. Ich hatte mich dafür entschieden einen Hund aus dem Tierheim zu holen und plötzlich war das geliebte Reisen nicht mehr so gut möglich. Was ich nie bereut habe - bitte nicht falsch verstehen. Doch ich habe es verlernt. Das allein verreisen. Was früher ganz normal war (allein bzw. mit einer fremden Gruppe war ich beispielsweise auf Sizilien, Mallorca und in Berlin), ist am letzten Wochenende eine kleine Herausforderung gewesen.

UND ICH BIN SO STOLZ UND GLÜCKLICH, DASS ICH DIESE ANGENOMMEN HABE!!!



Denn tatsächlich war es so, dass ich nie wirklich allein war. Im Zug habe ich "Light is the new black" zum zweiten Mal gelesen und mich richtig (mit Zettel und Stift) durchgearbeitet.

Bis auf die Spaziergänge oder die Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war ich tatsächlich immer von lieben Menschen umgeben.

Einen Reisebericht aus veganer Sicht findet ihr auf meinem anderen Blog

Hier soll es viel mehr darum gehen was ich mir vorab für Gedanken gemacht habe - und wie sie alle nach und nach in Luft aufgelöst wurden.

Am 24.04.2015 begann um 10:00 Uhr der Vorverkauf für das Foo Fighters Konzert in Berlin.
An diesem Tag bin ich heim, hab das Notebook hochgefahren, und mir ein Einzelsitzplatz-Ticket gekauft. Seit 2009 liebe ich diese Band, die ich bereits seit den 90ern kenne.
Wie ihr vermutlich schon mal mitbekommen habt, bin ich ein Gitarrenmädchen und absolut verrückt nach Musik und Konzerten. Wenn dann DIE Band der Bands drei Konzerte in Deutschland spielt - dann muss ich dahin!

Die Vorfreude war groß, Gedanken wie und mit wem ich nach Berlin fahre wurden erst mal in den Hintergrund gerückt.

Im August habe ich mich dann um ein Zugticket gekümmert. Mittlerweile wusste ich:
Variante 1) Mit Mama, Hund und Auto nach Berlin
Variante 2) Allein mit dem Zug nach Berlin

Intuitiv habe ich mich für die zweite Variante entschieden. Mit meiner Mama war ich dieses Jahr bereits zwei Mal im Urlaub. Und ich mag sie wirklich sehr. Aber was soll sie denn groß machen, wenn ich fünf Stunden lang auf meinem Konzert bin?

Dann kam mein erstes Yoga-Wochenende. Und mit ihm die Zweifel. Viele Zweifel.

Ich? Allein? Ins große Berlin? Stundenlang allein im Zug sitzen? Niemand kennen? Allein Essen gehen? Will ich das wirklich? Wäre es nicht viel leichter sich mit Mama ins Auto zu sitzen? Wieso gebe ich überhaupt so viel Geld auf für ein bisschen Musik? Bin ich wahnsinnig? Auf so ein mega Rockröhren-Konzert ganz allein zu gehen? Was ist wenn ich umfalle? Niemand wird mir helfen! Ich kann ja dann meine Begeisterung gar nicht teilen. Wenn ich in Ekstase innerlich durchdrehe? Wer fängt mich nachts auf?

Fragen über Fragen...

Und dann passierten drei Dinge - die mich ZUM GLÜCK dazu gebracht haben die Reise allein nach Berlin anzutreten.

  • Maria Ma hat über "Grenzen erweitern" gebloggt.
  • Auf Fuck Lucky Go Happy habe ich von einem Chakra-Tuning-Workshop gelesen, der (was für ein Zufall!!!) am Tag des Foo Fighters Konzerts statt findet.
  • Von vier Männern (Exfreund, Bruder, Freund meines Bruders, Kollege) habe ich einen richtigen "Anpiff" bekommen, als ich erzählte, mein Ticket eventuell wieder zu verkaufen. 

Also - tief durchatmen. Brust raus, Kopf hoch, die Angst an die Hand nehmen und eine Runde Leben spielen (Zitat aus Mamabeat).

Ich habe es keine einzige Sekunde bereut diese Reise gemacht zu haben. Im Gegenteil!



Der Chackra-Tuning Workshop mit Laura und Rebecca (von Fuck Lucky Go Happy) war der Wahnsinn!!!!!! Die beiden sind Jivamukti Lehrerinnen und unterrichten bei PEACE YOGA. Ich bin total happy mich dafür entschieden zu haben am Workshop teilzunehmen. Ich war nämlich, wie sich vor Ort rausstelle, gar nicht allein, sondern habe Kristin von Eat Train Love und Mareike von vegold kennen lernen dürfen. Und natürlich Laura und Rebecca und viele andere wundertolle Frauen.

Ehrlich herrlich, oder?

Es war ein Fest. Ich bin so dankbar!!!! Mir hat der Workshop u.a. gezeigt, dass allein reisen gar nicht einsam reisen bedeutet. Außerdem weiß ich nun, dass ein bisserl mehr Selbstvertrauen nicht schaden kann.

Wegweiser <3

Im Flur <3

Der Altar <3

Claudi. Mareike. Kristin.
Kristin hat bereits vom Workshop berichtet.

Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen aber ich habe ein paar Dinge erlebt, die Kristin gar nicht beschreiben kann - weil sie nur in und mit mir statt gefunden haben.

Das zeigt auch wieder, welch individuelle Erfahrung Yoga ist. Wie vermutlich jede der 26 Teilnehmerinnen andere Themen mit rein und wieder rausgenommen hat. 


Ich war als erste da und Laura hat mich gleich so fest gedrückt und geherzt, dass ich sofort wusste: "So soll es sein. So kann es bleiben. So hab ich es mir gewünscht.". 
Dann kamen mit Kristin und Mareike zwei Überraschungen an und ich war seelig. Die beiden kennenzulernen, in diesem Rahmen, war zauberhaft.
Alle auf die Matten und unter Anleitung von Laura aufwärmen und von Rebecca mit Jivamukti Lotion eingerieben werden. Und reinfühlen. Per Atmung. In ein Chakra nach dem anderen. Von oben, nach unten, nach oben. Und noch einmal. Und noch einmal.

Kurz nach vorne kommen, die Chakren per Mantra einschwingen (Lam, Vam, Ram, Yam, Ham, Om, schweigend) und ein kleiner Theorie-Teil. Aber nicht detailliert. Komisch dachte ich mir. Doch dann folgte eine 90minütige Asana Praxis, angeleitet von Rebecca.

Vom Wurzel-Chakra haben wir uns der Reihe nach bis zum Kronen-Chakra hochge"arbeitet". Das Wort ist allerdings eher durch "tanzen", "fühlen", "strecken", "dehnen" zu ersetzen.
Rebecca hat zwischen den Anleitungen immer wieder Zeit gefunden auf das jeweilige Chakra einzugehen. Was sitzt hier? Welche Themen?

Sehr wohl habe ich mich dabei gefühlt, denn Laura oder Rebecca - eine von beiden war immer da.
Da wurde geholfen, gestreckt, gedehnt, unterstützt, aufgefangen.

UND ICH WAR IM KOPFSTAND IN EINER YOGA STUNDE!!!!!!! ÖFFENTLICH!!!!!!!! ICH HAB ES GETAN. UND GESCHAFFT. MIT LAURA!


Das Rad klappt noch immer nicht. Egal. Kommt Zeit, kommt Rad. ;-)

In Shavasana wurden wir erneut mit einer feinen Lotion eingerieben. Nackenmassage. Ein Traum!

Rebecca hat ihre Playlist übrigens auf Spotify geteilt

Es folgte eine Mittagspause, Gruppenarbeit. Vertiefte Gespräche über die sieben Chakren. Und dann eine wunderschöne Meditation. Anschließend wurde gesungen. Und zum Abschluss haben wir noch eine ToDo Liste mitbekommen.

Seid lieb zu euch. Passt auf euch auf. Geht nach Hause. Nehmt eine Salzdusche. Macht euch einen Kakao.


Om. Von Herzen. Voller Dankbarkeit und Respekt vor diesen beiden wundertollen Yogalehrerinnen.

Danach "musste" ich mir Laura kurz schnappen. Bedanken für den lieben E-Mail-Verkehr vorweg. Für den Kopfstand. Für den Tag. Und ich brauchte Hilfe. Weil mit Kakao und aufpassen und Dusche war erst mal nichts... Laura hat mir sehr lieb Tipps mitgegeben und meine Chakren vorrübergehend wieder verschlossen ;-)

Denn:
"Unser" Charka-Tuning ging bis 17:00 Uhr und dann folgte der Teil, vor dem ich echt Schiss hatte. Aber auch hier: Liebe Menschen um mich rum. Tolle Stimmung. Alle ab dem ersten Lied am Stehen, klatschen, singen, tanzen. Die Foos haben 2 Stunden und 20 Minuten durchgespielt. Alles was ich hören wollte. Es war traumhaft und verrückt zugleich.



Am nächsten Abend war ich dann wieder zu Hause und habe mich brav an Lauras Ratschläge gehalten. Salzdusche! Acht geben. Und ne Nasenspülung hab ich noch oben drauf gesetzt ;-)

 

Und nun? Was nehme ich mit?

Ich bin dankbar. Glücklich. Stolz. Zufrieden. Voller Vertrauen, Liebe, Achtung und Respekt vor mir selbst.


Außerdem das Wissen, dass sich Rock 'n' Roll und Yoga halt doch kombinieren lassen. Denn "Nothing else matters" ;-) 


Sonnengrüße,
Claudi

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